Dokumentarfilm „Count – Down am Xingu II“ v. Martin Keßler wird am 21.11.2012, 20.00 Uhr, Studierendenhaus Universität Frankfurt, Campus Bockenheim (U – Bahn Bockenheiner Warte) gezeigt. Anschliessend Diskussion mit dem Filmemacher, auch über die Beteiligung / Verwicklung deuscher und europäischer Firmen an dem Staudammprojekt Belo Monte. Die Veranstaltung dient auch dem Fundraising für die Fortsetzung des Filmprojektes. bisherige Unterstützer Veranstaltung: Asta Goethe Univers. Frankfurt, Dritte Welt Haus Frankfurt, GLS Bank , Haus der Kulturen Frankfurt, Otto – Brenner – Stiftung, Publik Forum, Pupille, Filmprojekt gefördert von: Haleakala-Stiftung treuhänderische Stiftung in der GLS Treuhand e.V., Business Crime Control (BCC),Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt Im Mittelpunkt des Filmes von Martin Keßler steht der Konflikt um das drittgrösste Staudammprojekt der Welt, Belo Monte, das z. Zt. am Fluss Xingu im brasilianischen Amazonasgebiet entsteht. Auch mithilfe deutscher Unternehmen wie Mercedes Benz oder Siemens und Voith, die Turbinen für Belo Monte liefern. Um internationale Aluminiumkonzerne mit „billigem“ Strom zu versorgen. Aber auch die deutsche Autoindustrie, die immer öfter Aluminium statt Stahl für ihre Fahrzeuge verwendet – um Treibstoff zu sparen. Dafür werden rund 600 qkm Urwald geflutet, über 30 000 Indigene, Flussbauern und Bewohner der Stadt Altamira vertrieben. Obwohl das Amazonasgebiet wegen des niedrigen Gefälles denkbar ungeeignet für große Wasserkraftprojekte ist. Vor der brasilianischen Justiz sind z. Zt. über ein Dutzend Prozesse gegen Belo Monte anhängig und zahlreiche umweltrechtliche und sonstige Genehmigungsverfahren nicht abgeschlossen. Trotzdem hat die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff bereits Tausende Bauarbeiter an den Xingu entsandt. Und die schaffen vollendete Tatsachen – gegen den erbitterten Widerstand von Indigenenstämmen, des katholischen Bischofs Dom Erwin Kräutler (Träger des alternativen Nobelpreises) und des regionalen Protestbündnisses „Xingu vivo para sempre“. Erst kürzlich hat der Gerichtshof des brasilianischen Bundesstaates Para, in dem Belo Monte gebaut wird, einer Klage von betroffenen Indigenen stattgegeben und einen sofortigen Baustopp verkündet. Doch schon wenige Tage später hob ein einzelner Bundesrichter in Brasilia diese Verfügung wieder auf und die Bauarbeiten konnten weitergehen. Denn für die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff steht viel auf dem Spiel: „Belo Monte“ ist ihr wichtigstes Prestigeobjekt und soll die Energieversorgung des aufstrebenden Schwellenlandes Brasilien sichern helfen. Und die enormen Gewinne der großen Baukonzerne, die Belo Monte errichten. Schließlich haben diese Konzerne die Wahlkampange der Präsidentin und ihres Vorgängers Lula kräftig gefördert – so hört man in Brasilien. Daher seien auch weitere 70 Wasserkraftwerke im Amazonasgebiet geplant, kämen alternative Energieprojekte für Windkraft und Solarenergie nicht richtig voran. Obwohl zahlreiche brasilianische Staatsanwälte wegen Korruption, Amtsmissbrauch, Verletzung der brasilianischen Verfassung in Zusammenhang mit Belo Monte ermitteln und vor Gericht Klage erheben, sehen deutsche Firmen wie Voith Hydro keinen Anlass, ihre Mitwirkung an Belo Monte in Frage zu stellen. Doch neuerdings sind diese Firmen auch in Deutschland mit wachsendem Protest konfrontiert. Ein lockeres Bündnis von NGOs wie „Gegenströmung“, „Rettet den Regenwald“ oder „Gesellschaft für bedrohte Völker“ will die deutsche Beteiligung an Belo Monte in die deutsche Öffentlichkeit bringen und für einen Ausstieg aus dem Projekt werben. Der Dokumentarfilm von Martin Keßler liefert die Hintergründe für eine kontroverse Diskussion der deutschen Beteiligung an Belo Monte, zu der wir sie herzlich einladen möchten. Außerdem wollen wir sie mit dieser Veranstaltung um Ihre Hilfe und Unterstützung bitten, damit wir unsere dokumentarische Langzeitbeobachtung über Belo Monte fortsetzen können. Denn im Januar 2013 wollen wir weiter vor Ort im Amazonasgebiet drehen – für „Count – Down am Xingu III“. Weitere Infos / Bestellung DVD / Spenden : www.neuewut.de . Dort findet sich auch eine Kurzfassung des Filmes, ebenso auf „youtube“.